Zeit…

Da ich nun vermehrt Zeit hab, da ich nicht mehr stundenlang schlotternd auf dem Balkon eine nach der anderen paffe, widme ich mich nun vermehrt dem erlernen einer etwas schwierigen Fremdsprache.

Eine neue Sprache lernen ist das eine. Aaaaaaber wenn diese neue Sprache auch noch fremde Schriftzeichen beinhaltet schon etwas schwieriger😂 

Ein sehr gutes Schreibtraining ist dabei für mich ebenfalls ein Blog. Ich würde mich über einen Besuch freuen! 

https://singhalesischdeutsch.wordpress.com

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Tag 29 – Ersatzdroge

Jaaaaa, ich lebe noch 😉 Und jaaaaaaa, noch Nichtraucher!

29 Tage nun bereits und noch kein kg schwerer. Allerdings um einiges fitter und motivierter! Ich bin immens beschäftigt;  ich lauffe immernoch so ungefähr jeden 2ten Tag. Letzen Samstag hab ich 8 km geschafft! Das erste Mal in meinem Leben war ich auf einer Leichtathletik Bahn. Das Gefühl nach so einem Lauf ist einfach toll. Unbeschreiblich. Und macht süchtig! Definitiv ein besserer Kick als eine Zigi! Es befreit. Ich spühre jedesmal mehr wie meine Lunge sich mit Sauerstoff füllt. Wenn mir an meinem Rauchstopp Tag jemand gesagt hätte das ich in nicht einmal einem Monat 8km lauffen werde hätte ich Ihn ausgelacht und gesagt: iiiich??? Haha! Du spinnst doch!!!

Mitte Dezember werde ich am Sylvesterlauf starten. Ich kanns kaum erwarten! Und ja, nächsten Herbst steht mein erster Halbmarathon an! Eigentlich ist es schade, das erst der Rauchstopp mich zum Sport geführt hat, aber besser spät als nie. Mit meinem gesparten Geld hab ich mir bereits etwas tolles geleistet:

Natürlich ist dies noch lange nicht alles. Ebenfalls fahre ich jetzt täglich Fahrrad. Ist gut für die Gesundheit, billig und vor allem in der Stadt viel schneller als Auto oder ÖV. Auch hier verspühre ich schnell Fortschritte! Ich kotz mir nicht mehr bei jedem noch so kleine Hügel beinahe die Lunge aus dem Leibe und die Jeans lottern schon ein wenig am Arsch…. 

Hier fährt eh die ganze Stadt Velo.

Das heisst, ich bin nun voll „in“😄.

Auch schwimmen war ich bereits. Allerdings war dies eher enttäuschend, da das Schwimmbad so voll war das ich mich nicht sportlich frei entfalten konnte. Aber der Wille zählt!

Mittmerweile ist es so, das ich meine freien Stunden nicht mehr rauchend und kaffeetrinkend auf dem Balkon verbringe, sondern mir irgend eine Aktivität aussuche. Es ist auch schon vorgekommen, das ich am Sonntagmorgen 30 Min spaziert bin, nur um einen Kaffee trinken zu gehen. 

Auch das Them Ruhe und Entspannung hat nun endlich einen Platz in meinem Leben gefunden. Egal ob Sauna, ein Spatziergang an der Sonne, ein heisses Bad oder eine ausgedehnte Koch- Back Session. Solche Momente haben nun einen fixen Platz in meinem Wochenplan.

Allerdings hab ich teilweise immernoch starke Einschlafschwierigkeiten. Dagegen hab ich bis jetzt noch keine Lösung gefunden… wenn jemand einen Tipp hat, her damit!

Tag 15 -der Mensch ist ein Rudeltier…

Ja, Raucher sind sehr soziale Menschen. Rauchen fördert meiner Meinung nach auch den Sozialkontakt. Nirgendswo kommen fremde Menschen einfacher ins Gespräch als bei einer gemütlichen Rauchpause, frierend, schlotternd und nass um den einzigen Aschenbecher meilenweit gedrängt. Fluchend über den Arbeitgeber ablästern, wie diskrinierend es doch für die Raucher ist so abseits und ohne Komfort. Rauchen fördert den Zusammenhalt. Während der Rauchpause  wurde man immer auf den aktuellsten Stand gebracht; wer was wo mit wem. Und wesshalb.

Ich mochte diese gemeinsamen Minuten immer sehr gerne.

Jeder Rauchstop Ratgeber rät dir davon ab, weiterhin den „Rauchpausen“ zu fröhnen. Wenn möglich ja keinen Kontakt zu Rauchern. NEIN!!! Ehrlich gesagt gehe ich trotzdem noch in diese Rauchpause! Es fällt mir absolut nicht schwer, da ich in der Gruppe oder zusammen mit anderen absolut keine Lust auf eine Zigi verspühre. Dies ist eher ab und an, wenn ich alleine bin und tote Zeit hab. Und nebenbei bin ich immer ein bisschen stolz, wenn ich eine angebotene Zigi mit: nein danke, ich bin Nichtraucher, ablehnen kann.

Somit bin ich immer noch up to date über alle möglichen Gerüchte, vernehme news und kann mir nebenbei auch noch den Kopf verlüften. Ich geniesse einfach den Austausch mit meinen Kollegen. Anstatt Zigi mit Tee, aber immernoch als ein Rudelmitglied, den Raucher sind ja sozial 😉

 

Tag 12 – ich bin süchtig und 1kg leichter

Unglaublich aber wahr: Tag 12 und ich bin immernoch Nichtraucher! Und ich lebe noch! Wurde auch nicht eingeliefert. Ich habs gewusst. Dieses Mal wird mein Plan aufgehen! Meine Strategie ist: keine Strategie. Dies ist der erste Rauchstop welchen ich relativ planlos und ohne grosse Vorbereitung in Angriff genommen hab. Dies ist allerdings auch der erste Rauchstop, welcher eine ziemlich radikale Änderung in meinem Leben ausgelöst hat. Schon seid Jahren versuche ich „gesund“ zu leben. Ich achtete schon immer auf meine Ernährung. Ich bin ein absoluter Fan der frischen Vollwertküche. Sport war für mich auf ein bisschen Yoga und ab und zu vor der Sommersaison ein paar Einheiten Nordic walking begrenzt. Ich hasste sportliche Betätigung und hatte ja nie Zeit. Ehrlich gesagt war ich eifach viel zu faul dazu. Wenn es draussen kalt war und regnete eh. 

Da ich allerdings aus Erfahrung und durch dazumal seeeehr viel lesen über das Thema Rauchstop wusste, das ich warscheindlich unweigerlich zunehmen werde sobald die letzte Zigi ausgedrückt wurde, beschloss ich, meinen Arsch zu bewegen und doch einigermassen ein bisschen Sport zu betreiben. So pseudomässig. Joggen sollte es sein. Günstig, überall ausführbar, ergibt einen schönen Hintern und ich kann direkt vor der Haustür starten. Am gleichen Tag wie ich die letzte rauchte begann meine „Sportlerkarriere“.  Es lief einfach nur beschissen. Ich stand kurz vor einem Atemstillstand. Trotzdem hatte ich meinen Trainingsplan durchgehalten. Aber ich sehe bei jedem Lauf Fortschritte. Jede Einheit mag ich ein bisschen länger, die Atmung wird einfacher und die Motivation steigt. Ich keuche nicht mehr. Als Belohnung auf meinen 10ten Tag als Nichtrauchet kaufte ich mir ein paar Laufhosen. An Lauffreien Tagen absolviere ich zuhause ein kleines Muskelaufbau Training oder Yoga. Die Lust, nach dem Laufen eine zu rauchen hat sich innerhalb der ersten Woche verabschiedet und in Lust auf Sport umgewandelt. Ich freue mich nun jeden Tag auf meine Sporteinheit. Das erfreuliche an der ganzen Wandlung ist: obwohl ich regelmässig viel esse, mir auch ab und an was gönne, 


Hab ich nicht zugenommen. Im Gegenteil, minus 1 kg. Im allgemeinen fühle ich mich viel fitter und aktiver. Ich habe regelrecht Lust andauernd etwas zu unternehmen, mich zu bewegen oder zu entspannen. Ich Lebe bewusster. Ich koche bewusster. Ich achte mich mehr auf meine Umwelt und mein Umfeld. Ich bewege mich mehr. Ich binn aktiv. Ich bin beinehe süchtig nach Bewegung und gesundem Leben. Für mich eine tolle Suchtverlagerung und eine extreme Bereicherung in meinem Leben. Zum Glück hab ich vorher greaucht, ansonsten währe ich ev nie einer solchen „Wandlung“ unterzogen worden…

Tag 5 – 7, 2 Zigi’s und ein Krönchen

Die Nacht auf den 5ten Tag war die schlimmste. Ehrlich gesagt: absolut beschissen. Von 23:30 bis um 5 Uhr morgens lag ich wach.Hellwach. Bereit zum Bäume ausreissen. Wieder war ich nicht aufgewacht weil ich Lust auf Zigis verspührte, sondern einfach: bum wach.Es empfiehlt sich wirklich, für solche Situationen gute Bücher in Griffnähe zu haben. Nein, ich lese keine Rauchstop Bücher!20161012_083413

Tag 5 war der Tag, an dem ich „Versagte“. Diese anhaltende Schlaflosigkeit ist anstrengend, schlägt aufs Gemüt und macht einem einfach körperlich kaputt. Ich fühlte mich wie im Dauerdellirium. An Tag 5 warf ich all meine Vorsätze über Bord. Für mich war diese Schlaflosigkeit das schlimmste am ganzen Entzug. Heute hatte ich noch frei, aber was wäre morgen?  Es wird täglich schlimmer. Auch wenn ich mich mitten in meinem Rauchstop befinde, win wenig Lebensqualität möchte ich doch gerne! Somit war mein Entschluss gefast. An Tag 5 rauchte ich 2 Zigaretten. Ja. Ich rauchte! Und siehe da; sie haben mir nicht geschmeckt! Wo war der ehemalige Genuss? Die Entspannung? Habe ich mir dies all die Jahre eingeredet? Selbstangewandte Hirnwäsche? Anscheinend ja. Nach der ersten Zigi war mir schwindelig wie bei meiner Raucherentjungferung, die 2te war ebenfalls noch eklig. Und meine Hände, so richtig nach Rauch gestunken! Ja, ehmalige Raucher sind die schlimmsten, habei ein Geruchsorgan wie ein Sprengstoffspührhund. Nach diesen 2 Zigis bin ich nun wieder Nichtraucher. Und siehe da: die nächsten zwei Nächte waren schon um einiges besser! Ich verwache immernoch bis ca 5 Mal pro Nacht. Allerdings kann ich nach einigen Minuten meist wieder einschlafen. Morgens fühle ich mich nicht mer soooo tot und gerädert, auch die Konzentration ist wieder hier. Ich bin zurück im Rennen!

Auch an Tag 5 – 7 verspürte ich absolut kein Verlangen nach einer Zigi. Die Schmach bleibt aus. Ebenso meine gefürchteten Heisshungerattacken.  Jedoch fällt mir jetzt viel öfter auf, wie lecker und anmächelig das Kuchen und Gebäcksortiment beim Bäcker ausschaut. Und alles riecht so gut! Allgemein habe ich das Gefühl, das meine verrauchten Geschmacksnerven sich wieder zu regenerieren beginnen. Sehr erfreulich ist für mich, das mein Raucherhusten sich zurückbildet. Und, nun nach einer Woche: das Treppensteigen fällt schon um einiges leichter! Dies kann allerdings auch ein wenig an meiner „Suchtverlagerung“ liegen. Darüber das nächste Mal mehr.

Nach den 2 Zigi’s war ich vor allem wütend auf mich selber und auch enttäuscht. Es war bis jetzt so gut gelaufen! Zu gut. Aber da gibts nur eins: aufrichten, lächeln, Krönchen zurechtrücken und weiter gehts!

Tag 4 – 620 500 Minuten

17 Jahre als Raucher. Insgesammt 620 500 Minuten meines Lebens hab ich mit einer Zigarette in der Hand verbracht. Für mich eine erschreckende und zugleich ernüchternde Erkenntnis. Das heisst nicht, das ich über eine halbe Million Minuten meines Lebens nichts gemacht hab. Sondern, jetzt so im Nachhinein betrachtet, sinnvoller nützen hätte können. 620 500 Minuten meines Lebens sind sozusagen wortwörtlich durch meine Finger geronnen…. Klar, bis anhin hab ich in meinen 34 Jahren viel gesehen und gemacht. In Asien Polio erkrankte Kindern Physiotherapie ermöglicht. Auf dem Mittelmeer für eine Meeresschutzorganisation Wale und Delphine gezählt. Fundraisung für diverse Organisationen durchgeführt. Im Tierschutz gearbeitet und vor Ort mitheholfen Strassenhunde zu kastrieren. Dies war alles sehr sinnvoll. In meinen Augen absolut keine Zeitverschwendung. Das momentane Problem ist eher, das ich durch den Rauchstop  nun mehr freie Zeit in meinem Tag zur Verfügung habe. Zum ersten Mal habe ich Freizeit.

Nun die Frage: wie nutze ich diese Zeit? Ca 120 Minuten welche ich nun täglich übrig hab, für mich sinnvoll?

Als erstes: geraucht habe ich für mich. Weil ich gerne rauchte. Dies war meine Zeit für mich. So habe ich mir vorgenommen, das die nun täglich „übrig“ bleibende Zeit ebenfalls mir alleine gehört. Nur mir. Das heisst, ich mache in dieser Zeit etwas für mich. Wenn ein Tag auf einmal 2 Stunden mehr hat, die auch gefüllt werden wollen, steht man vor einer rechten Herausforderung. 2 Stunden können lang sein.

Das tolle daran ist, jetzt kann ich nicht mehr den Vorwand: ich hab keine Zeit, dafür verwenden. Früher hätte dies wirklich nicht mehr in meinen Tagesablaf gepasst. Desshalb werde ich nun täglich eine Stunde für den Sport verwenden. Eine sehr gute Idee. Einer meiner Vorsätze war ja: ich werde nicht fett. Übrigens: eine Schachtel rauchen pro Tag verbraucht ca 250kcal.  Die 2te Stunde genehmige ich mir um eine Fremdsprache zu erlernen, welche ich schon immer vertiefen wollte. Zwei Dinge, nur für mich. Und wenn ich einmal absolut keine Lust auf etwas von den beiden hab, kann ich mich ungeniert und ohne schlechtes Gewissen mit einem guten Buch ins Bett liegen und einfach die Freizeit geniessen, den früher hab ich diese 2 Stunden blöder verpuffen lassen…..

Tag 4: immernoch starke Schlafstörungen. 3Stunden hellwach mitten in der Nacht ist sehr frustrierend. Zum Glück keine weiteren „Nebenwirkungen“. Das frieren hat sich eingestellt, Schmach oder Lust ist nicht vorhanden. Ebenfalls kein gefürchter Heisshunger. Binn ich froh! Obwohl der Schlafentzug langsam zusetzt…

Bild: Salvador Dali: weiche Uhr im Moment ihrer ersten Explosion.

Tag 3 – sleeples in zurich

Mitternacht. Nikotin, ich verfluche dich…. und mich selbst. Den Beginn des Tag 3 erlebe ich hellwach. Es ist mir unbegreiflich, wie jemand nach 2 Stunden Schlaf hellwach sein kann. Ich binns. Immerhin hab ich nicht von Zigis geträumt oder das Verlangen dannach. Nur diese beschissene Schlaflosigkeit. Ich freue mich schon wen meine Freitage vorüber sind… 

Auch an Tag 3 gab es keine nennenswerte Rauchstop Probleme. Ausser der Schlaflosigkeit. Mir reicht dies allesamt.

Auch heute war ich, entgegen den allgegenwärtigen Ratschlägen auf Konfrontation in der Stadt. Überall und an jeder Ecke Raucher. Ich war ab und zu sehr nah dran, mir eine zu schnorren. Nicht weil ich eine rauchen wollte, sondern weil ich das Gefühl hatte ich muss. Nur eine. Ich weiss ja das ich es auch ohne kann. Da wird diese eine nicht schaden. Nur eine klitzekleine Zigi. Danach wieder Nichtraucher. Das sind die typischen Gedanken eines neuen Nichtraucher. Das Hirn macht sich selbständig. Nichtraucher besitzen sehr viel Phantasie. Allerdings kann man genau diese Phantasie auch erfolgreich gegen das Rauchen einsetzen. Zbsp sage ich mir: nach einer Woche rauchfrei gebe ich mir selber als Belohnung eine Zigi und ein Energy Drink nach der obligatorischen Jogging Runde. Ich weiss, klingt total bescheuert. Ist es warscheindlich auch. Desshalb ohne Gewähr! Aber, da ich ja meine Psyche kenne weiss ich: Zigi bedeutet für mich Belohnung. Nach erfolgreicher Beendigung der Sporteinheit ist die Endorphinausschüttung so hoch, das sich ein vergleichbares Gefühl wie das „Belohnen“ mit einer Zigi ergibt. Auf Deutsch: ich weiss genau das ich keine rauchen werde da ich high vom Joggen binn. Aber nur die Aussicht auf eine Zigi befriedigt meine Gier schon extrem.

Anderes Beispiel: beim heutigen Joggen war ich beim 4ten Intervall genervt. Ich war erstaund wie schnell sich die Kondition besserte, aber es regnete und war kalt. Ich war angepisst, wusste aber das mit noch 2 Runden bevorstanden. Weit vorne sah ich eine Fussgängerin. Da ich sie vorher bereits gekreuzt hatte, wusste ich das sie raucht. So etwas fällt mir jetzt immer als erstes auf. Nun sagte ich mir, das ich sie nach einer Zigi fragen würde, sobald ich sie joggend erreicht hatte. Da dies ziemlich schnell der Fall war und ich irgendwie doch nun keine Lust auf eine Zigi hatte, hängte ich noch eine Runde dran ohne die Dame nochmals zu sehen. Auch die Lust war weg. Diese Art von Selbsttäuschung funktioniert bei mir, da ich meine Psyche ziemlich gut kenne und weis wie mein Unterbewusstsein so tickt. Wie du mir… so ich dir